Für die letzten zwei Wochen gibt es unsere etwas modifizierten Tagebucheinträge. Für die nächsten Monate werden wir regelmäßiger Bilder und Berichte onlinestellen, schon alleine aus dem Grund, da es nicht so viel Arbeit macht als wochenlang nichts zu schreiben und nichts von sich hören zu lassen und dann zwei drei Wochen aufzuarbeiten.
Tag 10: Samstag, 06. September 2008
Heute schlafen wir mal richtig aus. Erst zum Mittagessen stehen wir auf und fahren mit dem Rad in die Guadalupe 177 Christas Haus. Lukas, der kleine Hund vom Porongo, verfolgt uns bis dorthin. Allerdings muss er draußen auf der Straße bleiben. Um drei Uhr gibt es Abschiedskaffee, da Christa heute Abend nach Deutschland fährt und erst Mitte Oktober wieder zurück kommt. Wir haben unsere Fotoalben mitgenommen und zeigen ihr wo wir herkommen und wer unsere Familie ist. Von Armin, Jörg und Joelle bekommt sie zum Abschied ein Gestell mit Blumentöpfen für das neue Haus auf dem Porongo. Wenn sie wieder kommt werden die drei nicht mehr da sein. Den Abend verbringen wir mit Chrizzl, Katrin und Tamina auf dem Hof bei „Haute Tension“, einem französischen Horrorfilm und bei „Roter Drache“. Die Mädels übernachten bei uns im Wohnzimmer aber Tamina geht am nächsten Morgen schon sehr früh, da ihr das mit den Spinnen hier nicht geheuer ist. Zwei eklige dicke schwarze Spinnen mussten beseitigt werden, bevor wir mit den Filmen anfangen konnten.
Tag 11: Sonntag, 07. September 2008
Wir stehen kurz nach neun auf, da wir uns mit den anderen um elf bei Sono Viso, der WG, in der Magda mit Jenny, Lina und Miriam und noch drei Jungs wohnt, treffen wollen, um zu zwei Wasserfällen zu wandern. Tamina ist schon früher aufgestanden und gegangen und geht auch nicht mehr mit. Zu zehnt (Magda, Jenny, Chrizzl, Katrin, Miriam, Lina, Adrian, Pedro, José und ich) fahren wir mit dem Bus nach Baños del Inka und von dort aus wandern wir zu den Wasserfällen, die leider nicht sehr viel Wasser führen. Wir steigen noch etwas die Berge hinauf um bei einer schönen Aussicht auf das Tal etwas zu essen. Der Käse, den wir gekauft haben, hat die Konsistenz von Kautschuk und quietscht beim Kauen. Aber sonst ist der Geschmack doch ganz okay. Cajamarca können wir von dort aus nicht sehen und als am anderen Ende des Tals Regenwolken aufziehen, machen wir uns auf den Rückweg um noch trockenen Fußes zurück zu kommen. Im nächsten Ort angekommen, fängt es auch schon an zu regnen. Wir warten eine knappe Stunde bis ein Kombi kommt, mit dem wir alle zurück nach Cajamarca fahren können. Es wird ziemlich eng, doch das ist es so gut wie immer, wenn man nicht zu Fuß oder mit dem Taxi unterwegs ist. Mit Katrin und Chrizzl gehen wir noch in einen Dönerladen in der Nähe der Guadalupe. Im Anschluss will ich meine Emails abrufen, doch der Stick fängt an zu spinnen, bis am Ende alle Dateien weg sind. Glücklicherweise habe ich den Thunderbird-Ordner kopiert, sodass die Emails noch da sind. Mit Armin fahren wir wieder zurück und auch an meinem Laptop funktioniert der Stick nicht.
Tag 12: Montag, 08. September 2008
Wir wollen um halb acht aufstehen um zeitig weiterstreichen zu können, doch wir kommen erst kurz vor neun aus dem Bett. Zwei Eimer können wir aber troztdem noch verstreichen und kommen dann um halb zwei gerade noch rechtzeitig um die Reste des Mittagessens zu bekommen. Um zwei gehe ich mit Chrizzl und Katrin zum Sprachkurs, der diesen Monat immer Montags und Donnerstags ist. Adrian, Magda und Jenny haben immer an den restlichen Tagen der Woche. Im Anschluss essen wir mit Stefan, dem Sonderschullehrer, der sein Sabattjahr hier verbringt und witzigerweise aus der selben kleinen Stadt kommt wie Katrin und sogar ein paar ihrer ehemaligen Lehrer kennt, im Los Jasmines Schokotorte und trinken eine heiße Schokolade. Am Ende lädt er uns sogar ein. Alleine fahre ich wieder zurück zum Porongo und streiche weiter. Adrian kommt später aus dem Heim zurück und zusammen verstreichen wir den Eimer vollends. Mittlerweile sieht die Wohnung richtig schön aus. Zumindest drei Zimmer. Die Küche wollen wir wir Mittwoch anfangen, wenn wir Schleifpapier gekauft haben, mit dem wir die Decken im Wohnzimmer, im Flur und im Bad und die Küche abschleifen wollen, bevor wir mit streichen anfangen. Ansonsten wird überall die alte Farbe abblättern, sobald sie durch die neue Farbe etwas aufgeweicht ist. Ich aktualisiere noch mein Tagebuch, installiere währenddessen die Portable-Versionen neu auf den Stick – die Emails sind noch glücklicherweise noch drauf und bei einem Film essen wir noch zu abend, bevor wir müde ins Bett gehen. Morgen wollen wir wirklich früh aufstehen, damit wir nicht all zu spät zum Mittagessen kommen. Wenn wir uns erstmal komplett selbst versorgen, haben wir den Stress nicht mehr pünktlich nach Cajamarca zu kommen. Dann nur noch zum Telefonieren und um ins Internet zu kommen und wenn wir mit den anderen etwas unternehmen wollen.
Tag 13: Dienstag, 09. September 2008
Heute stehen wir zeitig auf, sodass wir gegen halb neun schon in der Wohnung stehen und streichen. Nach dem Mittagessen kaufen wir noch zwei Eimer Weiß und Schmiergelpapier. Adrian hat dann Sprachkurs und ich fahre mit Chrizzl und Katrin auf den Porongo und wir schleifen etwas die Decken ab. Wir verlieren aber bald die Lust und setzen uns hoch und hören Musik. Später gehen wir ins Kinderheim. Kurz nach sieben fahren wir nach Cajamarca. Nachdem ich meine Emails abgerufen habe, fahren wir mit dem Rad fahren zurück.
Tag 14: Mittwoch, 10. September 2008
Ausschlaftag: Heute haben wir uns gesagt, schlafen wir mal aus und machen vormittags nichts. Gegen halb 11 stehen wir auf, essen was und fahren um 12 in die Guadalupe. Um halb drei fahre ich mit Chrizzl und Katrin ins Heim. Eigentlich ist heute Schwimmtag und ich nehme extra mein Schwimmzeug mit. Da aber Besuch aus Deutschland mit ein paar anderen Peruanern erwartet wird, sind die Kids schon herausgeputzt, als wir ankommen. Wir warten ziemlich lange bis der Besuch endlich da ist. Dann werden zwei Tänze aufgeführt bis es schließlich Zeit fürs essen ist. Ich bereue richtig meine Kamera mal nicht dabeizuhaben. Wir drei gehen dann wieder. Die Mädels fahren nach Cajamarca und ich laufe auf den Hof. Abends treffen wir uns wieder bei Christa, von wo wir zusammen in eine kleine Bar gehen und in Armins Geburtstag hineinfeiern.
Tag 15: Donnerstag, 11. September 2008
Nach dem Frühstück schleifen wir weiter die Decke in der Wohnung ab, entschließen uns dann aber mit dem Pinsel zu streichen, damit nicht alle alte Farbe und Gips abbröckelt. Nach dem Essen bei Christa habe ich Sprachkurs, Adrian geht ins Heim. Später gehe ich noch einen großen Pinsel einkaufen, damit die Decke schneller zu streichen geht. Zurück auf dem Hof sehe ich, dass Armin, Jörg, Adrian, Magda, Jenny und Tamina mit ein paar Kids aus dem Heim da sind. Tamina reitet mit einigen Kindern. Als später Armin noch etwas reitet, gehen die drei Hunde auf das Pferd los und schaffen es auch zuzubeißen. Es dauert, bis wir die Hunde verjagen können. Als alle wieder ins Heim gefahren sind, streiche ich doch noch etwas weiter. Abends gehen wir nochmal zu Christa, von wo wir schließlich zusammen zu Santa Apolonia laufen, einer Kirche, von der aus man gut über Cajamarca schauen kann, solange es hell ist. Im Dunkeln sind die Lichter Cajamarcas schön anzusehen. Wir lassen Armins Geburtstag ausklingen und feiern in Joelles rein.
Tag 16: Freitag, 12. September 2008
Adrian muss früh aufstehen, da er um acht schon Sprachkurs hat. Nicht viel später stehe ich auch auf und gehe weiterstreichen. Zum Essen dann wieder zu Christa – diesmal mit dem Rad. Adrian fährt dann mit Jörg zurück und sie fangen an das Essen für die Party heute abend vorzubereiten. Ich bleibe noch etwas zum telefonieren und surfen. Auf dem Hof helfen wir den Rest fertig zu machen, zusammen mit Joelle, Jenny und Katrin warten wir auf die ersten Gäste. Auf der Party grillen wir zwei Hasen. Außerdem gibt es Nudel- und Kartoffelsalat, sowie Kuchen, Pudding und Ananas. Es sind ziemlich viele Leute da. Die Feier ist lang und ausgiebig und erst gegen 6 gehen die letzten Gäste und wir ins Bett.
Tag 17: Samstag, 13. September 2008
Wir schlafen aus bis um 16 Uhr. Wir gehen unsere Wäsche beim Wasserturm vom Porongo waschen und räumen in der Küche auf. Nach „Dumm und Dümmer“ und den letzten Kapiteln meines Hörbuchs gehen wir schon wieder schlafen.
Tag 18: Sonntag, 14. September 2008
Kurz vor halb neun stehen wir auf, da wir uns um 10 Uhr mit den anderen für einen Ausflug treffen wollen, erfahren dann aber von Armin, dass wir uns eigentlich schon um 9 treffen. Wir beeilen uns und sind aber trotzdem erst um 9.40 Uhr bei Christa. Mit der Camioneta von Santiago fahren wir (14 Leute, 7 auf der Ladefläche und 7 in der Fahrgastzelle) etwa eineinhalb Stunden zu einer abgelegen kleinen Gemeinde, die abgeschieden für sich lebt. Dort gibt es einen Zoo, den wir besuchen. Auf dem Hinweg halten wir kurz an einer Straße an, an der viele Steinmetze leben, und schauen uns ihre beeindruckende Arbeit an, die im Vergleich zu der Arbeit, die dahinter steckt richtig günstig sind. Zumindest die kleineren Arbeiten, bei denen wir nach dem Preis fragen. Was die großen Brunnen kosten fragen wir nicht. Im Zoo gibt es hauptsächlich Tiere aus Peru, aber auch Strauße, Löwen und weitere Tiere aus anderen Ländern. Hinterher essen wir eine Kleinigkeit im Restaurant der Gemeinde. Trucha frita, fritierte Forelle für 5 Soles oder Pommes für einen Sol. Auf dem Rückweg geht leider ziemlich früh mein Akku leer, was schade ist, da die Aussicht riesig ist. Mit Oso und den anderen Peruanern verabreden Adrian und ich uns noch für den Abend zum Billardspielen. Wir spielen deutsche und peruanische Varianten.
Tag 19: Montag, 15. September 2008
Heute fahren wir mit den Kindern von Jesús ins Schwimmbad in Baños del Inka. Zuerst müssen wir aber warten bis Santiago mit der Camioneta auf den Hof kommt. Dann fahren wir durch den wöchentlichen Viehmarkt nach Jesús, holen die Kinder und fahren zurück. Etwa 2,5 Stunden bleiben wir dort. Der kleine Willo blüht richtig auf und auch den anderen macht es einen großen Spaß. Auf dem Rückweg zieht es sich zu und es tröpfelt ein wenig. Hinten drauf ist es auch mit den nassen Haaren durch den Fahrtwind ziemlich ungemütlich. Gegen halb drei sind wir wieder zurück in der Guadalupe und es ist sogar noch Mittagessen übrig. Zum Sprachkurs gehe ich nicht mehr, da es dafür schon etwas zu spät ist. Stattdessen telefoniere ich. Adrian geht abends nochmal Billardspielen.
Tag 20: Dienstag, 16. September 2008
Nach dem Frühstück streichen wir weiter. Im Wohnzimmer haben wir das Problem mit der schlechten alten Farbe und dem Gips an der Decke. Die Farbe hält nicht besonders, trotz Pinsel. In der Küche sind sie dabei alles zu fließen. Die wird bestimmt richtig schön. Nach dem Mittagessen streiche ich alleine weiter, Adrian hat Sprachkurs. Später gehe ich noch ins Heim und spiele mit den Gehörlosen Karten. Langsam steige ich durch die zwei Spiele durch und kapiere die Regeln. Mal schauen, ob ich ihnen nicht mal Maumau beibringen kann. Anschließend gehe ich in die Guadalupe, wo wir uns alle treffen um Döner essen zu gehen. Vorher kaufe ich noch Bier, Chips und einen Sekt für später. Denn eigentlich wollen wir noch zusammensitzen um in Chrizzls Geburtstag hineinzufeiern, allerdings sind wir alle ziemlich müde und Chrizzl möchte lieber schlafen gehen und morgen abend zusammensitzen.
Tag 21: Mittwoch, 17. September 2008
Heute stehen wir früh auf um mit Armin und Jörg kurz nach acht zur Schule in Cajamarca aufzubrechen. Von dort aus fahren wir mit dem Bus und ein paar älteren Behinderten in die Werkstätten und dann ohne diese weiter nach Jesús. Mit den Kindern und einigen Müttern machen wir einen Ausflug auf den Hof Colpa in der Nähe von Jesús. Bis wir in Jesús angekommen sind haben die Mütter schon fürs Mittagessen gekocht. Reis, Kartoffeln, Cuy, Salat und gekochten Weizen. Auf dem Hof gibt es einen großen Weiher mit Fischen, Enten und Gänsen. Die Kühe, die es dort gibt, hören angeblich auf ihren Namen. Gesehen haben wir das aber nicht. Nachdem wir uns alles angesehen haben und mit den Kindern gespielt haben, gibt es Essen. Danach beginnt es sich zuzuziehen und es tröpfelt auch ein wenig, hört dann aber wieder auf. In Cajamarca hat es richtig heftig geregnet, wie wir später an der Hofeinfahrt erkennen können. Wir spielen noch eine Weile, dann gibt es noch einen Geburtstagskuchen für Armin und Abschiedsgeschenke für Jörg und Armin. Gegen halb 5 sind wir wieder in der Guadalupe. Auf dem Weg von Jesús nach Cajamarca schlafen wir alle. Mit dem Rad fahre ich ins Heim zum Kartenspielen. Danach will ich eigentlich den Sekt, das Bier und die Chips holen, aber Adrian ist nicht auf den Hof gefahren wie er vorhatte. Ich stelle nur meinen Rucksack ab un fahre mit dem Kombi in die Stadt. Da er nicht an der Recoletta hält, einem Platz in in der Nähe der Guadalupe, muss ich noch ein Stückchen weiter laufen als sonst. Adrian hat angerufen und wollte noch einen Sekt kaufen, da ich unseren nicht mitbringen konnte. Allerdings wusste er nicht was Sekt auf spanisch heißt und hat nach Sekt gefragt und einen Vino secco bekommen. Der ist wirklich ziemlich trocken und gehe nochmal los um Sprite zum Mischen zu holen. Adrian ruft mich an, dass ich mir noch ein Bier mitbringen soll, da Chrizzl meins umgeworfen hat. Wir planen grob unsere Reisen im Januar/Februar und nach Ende des Dienstes und fahren mit einem Colectivo, ein Taxi, das vollgemacht wird bis wirklich niemand mehr reinpasst und dann in Richtung Baños del Inka fährt, wieder heim.
Tag 22: Donnerstag, 18. September 2008
Nach dem Aufstehen verkleinern wir nochmal alle Bilder fürs Internet, da wir bei Flickr nur 200 Bilder zeigen können. Danach waschen wir unsere Wäsche und gehen dann schon mit Santiago zum Essen. Nach dem Sprachkurs und bevor ich ins Heim fahre, kaufe ich noch ein. Im Heim spielen wir wieder Karten. Nebenher läuft Pocahontas und Rude schaut sich meinen Geldbeutel an. Es ist immer wieder aufs neue faszinierend welches Geschick sie mit ihren Füßen hat. Sei es beim Essen, beim Kartenspielen oder beim Herauskramen der Bilder aus dem Geldbeutel. Kaum zu glauben, was Mädels an den Geldbeuteln anderer Leute finden. Und das anscheinend überall.
Tag 23: Freitag, 19. September 2008
Adrian muss wieder früh aufstehen, damit er um acht zum Sprachkurs in Cajamarca ist. Doch auch Armin, Jörg und ich stehen kurz darauf auf um kurz nach acht nach Jesús aufbrechen zu können. Dort ist heute kein Unterricht, stattdessen besuchen wir zusammen mit Chela, Melva und dem kleinen Melky Frank, einen Schüler, der nicht sehr oft zur Schule kommt, da er etwas abgelegen wohnt. Etwa eine Stunde brauchen wir zu ihm über Pfade, die man nur zu Fuß oder mit dem Esel passieren kann. Unterwegs besuchen wir noch Josue, ebenfalls ein Schüler in Jesús, und schauen uns sein Haus an. Es ist sehr einfach gebaut und hat auch nur das nötigste an Möbeln. Fenster haben die Häuser hier fast alle keine bzw. nur sehr kleine; das Leben spielt sich sowieso fast komplett draußen ab. Alles ist doch ziemlich dreckig und staubig, der Boden besteht aus festgetretenem Lehm. Hier wohnen wollte ich nicht wirklich. Die Familie hat insgesamt 12 Schweine, davon 10 kleine Ferkel. Dazu noch ein paar Cuyes. Wir machen von allem Bilder und gehen dann weiter. Bei Franks Familie angekommen gefällt es uns dort um einiges besser als bei Josue. Das Haus ist besser gebaut, wenn auch aus den gleichen Materialien Holz, Lehm und Steinen. Jedoch ist es größer, innen sogar gestrichen und es sieht sauberer aus. Die Familie bewirtschaftet eine große Fläche, sogar ein Wäldchen, das auf der anderen Seite des Flusses, der etwa 500 Meter weiter den Hang runter vorbeifließt, noch etwas höher gelegen ist als das Haus. Ob das alles der Familie gehört oder ob sie es nur verwaltet, wissen wir nicht. Wir gehen zum Fluss runter, lassen die Beine im Wasser baumeln und essen eine Kleinigkeit. Als wir wieder beim Haus sind, werden wir zum Mittagessen eingeladen und müssen dann eine Weile warten bis das Essen fertig ist. Es gibt Reis mit Huhn, Kartoffeln und geröstetem Mais. Einfach aber richtig lecker. Den Mais will ich mir merken, denn es ist ein super Snack für zwischendurch. Während wir essen fängt es an zu regnen und als wir aufbrechen hört es aber schon wieder auf. Unterwegs treffen wir nochmal Josue, der mit einem anderen Jungen zwei junge Stiere hütet. In Jesús warten wir bei einer Familie, ich weiß nicht ob es die von Melva ist, bis Jörg seine restlichen Sachen aus der Schule geholt hat. Dort findet gerade eine Familienfeier statt und wir unterhalten uns während wir zusammen ein bisschen Bier trinken.
Der Brauch hier ist sich Bier in ein kleines Glas einzuschenken und dann die Flasche an den nächsten weiterzugeben. Dann trinkt man sein Glas und gibt das leere Glas dann ebenfalls weiter. So machen Flasche und Glas die Runde bis die Flasche leer ist und eine weiter geöffnet wird. Adrian ist in der Bar, in der wir in Armins Geburtstag reingefeiert haben, in dieses potentielle Fettnäpfchen getreten, als er die Flasche gereicht bekommen hat und diese getrunken hat, da er von diesem Brauch nichts wusste. Erst später wurde er von Armin aufgeklärt.
Dann geht’s wieder nach Cajamarca. Ich sitze im Kombi an der Tür und es regnet herein, da sie undicht ist. Am Abend gehen wir mit allen bis auf Katrin und Chrizzl, die mit Jörg, seiner Freundin Nati und Chela in eine Disko gehen, in eine Bar. Die Peruaner sind auch dabei. Auch ein paar die wir noch nicht kennen. Zu der Bar gehört ein Innenhof, in dem wir auf Strohballen um ein Lagerfeuer sitzen. Später gehen wir in die Diabolo, eine Disko an der Straße nach Baños. Wir amüsieren uns super und tanzen bis fast drei Uhr. Dank Beto sind wir auch umsonst reingekommen.
Tag 24: Samstag, 20. September 2008
Wir stehen früh auf, da wir um neun bei Christa losfahren wollen um zu heißen Quellen bei Yanahualpa zu gehen. Zuerst fahren wir eine gute Stunde im Kombi und wandern danach nocheinmal eine gute Strecke bis wir ankommen. Ein Campesino verlangt 1 Sol Eintritt. Die Quellen treten direkt bei einem kleinen Flüsschen aus. Da der eine Bereich, an den wir eigentlich wollen, schon besetzt ist, klettern wir einen steilen Hang hinauf und bleiben dort. Das Wasser direkt aus den Quellen ist verdammt heiß, sodass man sich leicht verbrühen kann. So kommt es, dass der Fluss extrem warm ist, fast schon zu heiß. Nächstes Mal wollen wir testen, ob die Hitze zum Eierkochen reicht. Nach etwa einer halben Stunde laufen wir wieder hinunter, da die Peruaner dort mittlerweile gegangen sind. Das Wasser ist dort etwas angenehmer aber immer noch ziemlich warm. Nach einiger Zeit im Wasser sitzend rötet sich schon die Haut, aber man gewöhnt sich an die Temperatur. Wir gehen dann weiter zurück und wollen eigentlich noch etwas weiter Flussabwärts ins Wasser, aber außer mir hat niemand mehr Lust. Das Wasser dort ist super angenehm warm. Ich setze mich an einen Miniwasserfall. Es ist wie in einem Wirlpool. Ich freue mich schon aufs nächste Mal. Ich gehe wieder die Böschung hoch zu den anderen um meinen Rucksack zu holen, doch dann fängt es richtig an zu schütten. Der Regen hatte sich schon einen Weile durch Wolken und gelegentliches Donnern angekündigt. Ich renne also wieder zurück und hole meine Schuhe und mein T-Shirt und dann zu den anderen unter das Dach eines alten Hotels, das vor etwa 70 Jahren durch einen Erdrutsch schwer beschädigt und nicht mehr restauriert wurde. Dort ziehe ich mich wieder um und dann kommt auch schon der Kombi und holt uns ab. Auf dem Rückweg versperrt ein kleiner Erdrutsch die Straße aber Gott sei Dank ist es nicht zu viel Erde, sodass wir hindurchfahren können. In Cajamarca regnet es nicht mehr. Adrian kauft sich einen Alpakapulli für 35 Soles, ich will mir wann anders mal einen kaufen. Heute bin ich zu müde um mich noch gescheit entscheiden zu können. Um acht wollen wir uns bei Christa treffen um zu einer kleinen Feier bei Ronka, einem Peruaner, den wir von gestern und der Party auf dem Porongo kennen, zu fahren. Wir kommen etwas später und niemand ist mehr da. Wir rufen bei Lina an, fragen nach dem Weg und werden in die fünfte Straße rechts nach dem Ovalo de la Musica gelotst, in Richtung Baños. Als wir in der Straße sind stellt sich heraus, dass sie uns falsch gelotst haben und wir eigentlich beim Ovalo in Richtung Jesús müssen. Glücklicherweise müssen wir nicht wieder zurücklaufen, da diese Straße auf die in Richtung Jesús führt. Auf dieser laufen wir dann noch gute 1500 Meter bis zu einem Hostal. Die Straße danach soll es sein. Doch nachdem wir die ein Stück entlang gelaufen sind stellt sich wiederrum heraus, dass wir falsch sind. Es ist die Straße nach rechts vor dem Hostal und doch nicht die danach. Über eine Stunde nachdem wir bei Christa vor der Tür standen, sind wir endlich angekommen. Wir sitzen beim Lagerfeuer zusammen, es wird Gitarre gespielt und gesungen. Später gehen wir in die Bar vom Freitag, da die Usha-Usha-Bar zu hat. In die Usha-Usha wollten wir Freitag schon und haben es nicht mehr gemacht, da wir in die Disko gegangen sind. Dort soll es auch richtig gemütlich sein. Wir bleiben etwa zwei Stunden. Ich bin total müde, viel Schlaf hatte ich ja nicht. Ich hole noch mein Zeug bei Christa und dann fahren wir zurück auf den Hof. Der Taxifahrer ist ein ganz schöner Depp, da er uns nicht bis vors Tor fahren will es sei denn, er bekommt noch mehr Geld. Jeder andere fährt uns für die sechs Soles immer bis vors Tor. Es ist fast eins, als wir ins Bett kommen.
Tag 25: Sonntag, 21. September 2008
Wir stehen wieder früh auf. Heute geht’s zum Cumbe Mayo, einer Felsformation, an der schon vor 3000 Jahren Menschen gelebt haben. Wir fahren bei Oso mit. In seinem Käfer sind noch Beto und Verena, eine Österreicherin, sowie Alex, ihr Freund aus dem Norden Perus. Die anderen fahren bei Armin in der Camioneta mit. Entlang dieser Region hier entscheidet sich, ob das Wasser Richtung Atlantik oder Pazifik fließt, wie uns Beto erzählt. Wir wandern auf die Felsen zu und verbringen den Mittag dort. Ich klettere mit Miriam auf einen der großen hohen Felsen. Die Aussicht ist gigantisch, die anderen am Boden klein. Der Rückweg ist anstrengender als der hinweg, da es irgendwie mehr bergauf geht als wir beim hinweg bergab gelaufen sind und wir sind froh, als wir bei den Autos angekommen sind. Bis nach Cajamarca darf ich fahren. In Cajamarca fährt dann Adrian bis zu einem Restaurant. Es ist gewöhnungsbedürftig, denn es ist eng und ich würde eigentlich mit dem Sitz weiter nach hinten rücken, doch den Platz dzu gibt es nicht. Hinzu kommen die schlechten Straßenverhältnisse. Doch es macht trotzdem Spaß. Wenn Armin und Jörg diese Woche nach Hause gefahren sind, werden wir wohl öfters fahren, zum Beispiel mit den Heimkindern auf den Porongo oder wenn wir mal die Camioneta für einen Ausflug bekommen oder Christas Auto zum Einkaufen oder so. Im Restaurant essen wir alle Cuy. Nur Adrian bleibt bei Trucha, da das Meerschweinchen beim Jesús-Ausflug nicht so besonders war. Hier ist es aber richtig lecker. Dann laufen wir in die Guadalupe. Oso will um sechs vorbeikommen und uns zum Billardspielen abholen, doch er lässt nichts mehr von sich hören. Ich schaue fern, Adrian ist im Internet. Als Katrin, Chrizzl und Jenny kommen, die nicht mit auf dem Ausflug waren ist der zweite Film, in den ich geschaltet habe als der erst aus war, auch aus. Sie haben „Machuca“, einen Film über zwei junge Chilenen mitgebracht, einen aus den Slums von Santiago de Chile und einen aus einer Reichen Familie, die sich während des politischen Umbruchs 1973 anfreunden und durch die Geschehnisse wieder entfremden. Nach dem Film schauen Armin, Frauke, Lina, Miriam und Tamina, die mittlerweile gekommen sind, „Hostal“ an, doch Adrian und ich gehen heim. Wir wollen mal wieder früher schlafen gehen und morgen etwas länger schlafen um den schlaf nachzuholen.
Filme bekommt man hier schon für drei Soles in zahlreichen kleinen Läden oder direkt an der Straße. Alles sind Kopien, zum Teil auch mit etwas verminderter Qualität, doch in der Regel mit DVD-Niveau. Nur sind oft nicht alle angegebenen Sprachen oder Untertitel mit drauf. Auch sehr neue Filme gibt es. Copyright oder sonstige Rechte und Verbote interessieren hier niemanden.
Tag 26: Montag, 22. September 2008
Wir stehen erst um halb zehn auf, frühstücken, duschen, spülen mal wieder das Geschirr und waschen unsere Wäsche. Anschließend fahren wir zum Quinde zum Einkaufen. Danach geht’s zum Mittagessen in die Guadalupe. Hinterher Sprachkurs und dann mit den Einkäufen zum Porongo. Gegen halb sechs sind wir schließlich im Heim, helfen beim Bettfertigmachen und spielen wieder Karten. Am Ende bringen wir ihnen einen Kartentrick bei. Um dreiviertel acht gehen wir wieder.
Bei Flickr werden nur die 200 aktuellsten Bilder angezeigt und man kann nur drei Alben anlegen, die das Jahr über doch ziemlich voll geworden wären. Deshalb suchen wir gerade noch eine bessere alternative fuer unsere Bilder. Bald gibt es dann alle Bilder zu sehen.
Viele Grüße an alle!
Adrian und Tim